
Wissen
Begriffe
136 Erläuterungen aus den Artikeln — alphabetisch, zum Nachschlagen.
A
- A-perspektivische WahrnehmungNeue Bewusstheit (Enomiya-Lassalle): sehen ohne Ego-Filter und Konzeptschablonen.
- AchtsamkeitPräsenz im Moment — östlich oft als meditative Klarheit, westlich auch als aktives Unterscheiden.
- ACTAcceptance and Commitment Therapy — Defusion und wertebasiertes Handeln.
- AnattaNicht-Selbst — kein permanenter, unveränderlicher Ich-Kern.
- Angst und Ich-IllusionAngst als Erschütterung der Illusion eines getrennten, schützenswerten Ichs.
- AngstsensitivitätFurcht vor der eigenen physiologischen Erregung — somatisch fokussiert.
- AnhedonieVerminderte Fähigkeit, Freude oder Belohnung zu empfinden.
- AniccaVergänglichkeit — alle konditionierten Phänomene sind im Wandel.
B
C
- CaṇḍālīSanskrit-Name für Tummo — „die Zornige“, feurige weibliche Energie.
- ChanChinesische Meditationsschule; Vorläufer von Seon, Thiền und Zen.
- Cold Shock ResponseAkute Kältereaktion — Risiko bei Kombination mit Hyperventilation.
- Crossmodale PlastizitätUmwidmung von Hirnarealen über Sinnesmodalitäten hinweg.
D
- DantianEnergiezentrum — Fokus der Aufmerksamkeit in Haltung und Atem.
- DBTDialektisch-Behaviorale Therapie — Veränderung und radikale Akzeptanz als Dialektik.
- DBVCDeutscher Bundesverband Coaching — ethische und qualitative Messlatte.
- Default Mode Network (DMN)Ruhezustandsnetzwerk — Integration, Gedächtnis, Einsicht bei Untätigkeit.
- DhyanaDie „Reise des Geistes“ — meditative Versenkung als aktive Bewusstseinsschulung.
- DiaschisisFunktionsverlust in entfernten Gebieten durch unterbrochene Bahnen.
- Dō (Weg)Japanischer „Weg“ — Praxisform, in der Alltag und Übung eins werden.
- Dōgen ZenjiGründer der japanischen Soto-Schule; Shikantaza und Übung=Erleuchtung.
- DukkhaLeiden / Unzulänglichkeit — Kernbegriff buddhistischer Diagnostik.
- Durchdringung der AngstAngst nicht bekämpfen, sondern ihre Natur erkennen — Mond im Wasser.
E
- Ellen LangerHarvard-Psychologin; prägt den soziokognitiven Mindfulness-Ansatz und die LMS14.
- EntwicklungsparadoxonReiche Länder: hohe Lebenszufriedenheit, oft weniger empfundener Lebenssinn.
- Epinephrin-ModulationWillentliche Adrenalinausschüttung als Trigger anti-inflammatorischer Signale.
- ErlebnisvermeidungVersuch, aversive innere Zustände zu unterdrücken — oft mit paradoxer Verstärkung.
- EudaimoniaWohl-Sein durch gelingendes Leben — nicht durch maximale Lust.
- EudaimonieWohlbefinden durch Sinn, Reifung und Selbstverwirklichung — jenseits momentaner Freude.
- ExekutivnetzwerkAufgabenorientierter Arbeitsmodus — schnell erschöpfend.
- Existentielles HabenLebensnotwendiger Besitz (Nahrung, Kleidung, Werkzeuge) — nicht pathologische Hortung.
F
- FITT-PrinzipFrequenz, Intensität, Zeit, Typ — Rahmen für dosierte Bewegungsverschreibung.
- Fünf-Faktoren-ModellEmpirisch fundiertes Persönlichkeitsmodell mit fünf Dimensionen (Big Five / OCEAN).
- Fünf-Säulen-Modell (Gallup)Berufliches, soziales, finanzielles, physisches und gemeinschaftliches Wohlbefinden.
G
- Gelassenheit (Eckhart)Inneres Loslassen von Ego, Dogmen und Besitz — Voraussetzung echten Seins.
- GewissenhaftigkeitDisziplin, Organisation und Zuverlässigkeit — starker Prädiktor für Berufserfolg.
- Global Flourishing StudyLängsschnitt Harvard/Baylor/Gallup: über 200.000 Menschen in 22 Ländern, fünf Jahre.
- Glymphatisches SystemSchlafgekoppeltes Clearance-System für neurotoxische Abfälle.
- GongMeisterschaft durch beharrliche Kultivierung (Gongfu).
- Green & Blue SpacesNatur- und Wasserumgebungen als Soft-Fascination für Aufmerksamkeit.
H
- Haben-ModusExistenzweise, in der Identität an Besitz, Konsum und Kontrolle hängt.
- Hara Hachi BuEssen bis etwa 80 % Sättigung — Maß statt Überfüllung.
- HEXACOSechs-Faktoren-Modell mit Honesty-Humility zusätzlich zu den Big Five.
- Hishiryō„Nicht-Denken“ — hinaus über kategorisierendes Denken im Zazen.
- HPA-AchseHypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse — zentrales Stresssystem.
- Hugo Enomiya-LassalleJesuit und Zen-Lehrer; Hiroshima-Überlebender und Brücke christliche Mystik ↔ Zen.
- Humanistische PsychoanalyseFromms Synthese: Charakterwandel und Gesellschaftsstruktur gehören zusammen.
- Hypnopompische StilleGrenzphase nach dem Aufwachen ohne Input — Assoziationsfenster.
- HypokapnieAbfall des CO₂-Partialdrucks — Folge forcierter Atmung.
I
J
K
- Kälte-HormesisDosierte Kälte als Stressreiz, der Anpassungsreaktionen auslöst.
- KaroshiTod durch Überarbeit — japanischer Begriff für fatale Überlastung.
- KenshōWesensschau — tiefes Erschauen der eigenen Natur.
- Khanika-SamadhiMomentane Konzentration — Einsicht ohne tiefe Jhana-Absorption.
- KinhinGehmeditation — formales oder informelles Gehen in Präsenz.
- KōanParadoxer Fall, der diskursives Denken durchbricht.
- Kognitive AgilitätFähigkeit, Denkmuster flexibel anzupassen statt im Autopilot zu verharren.
- Kognitive ReservePuffer aus Bildung, Sprachen, Musik und mentaler Herausforderung.
- KumbhakaAtemhalten — zentrale Phase der Vasenatmung.
L
- Langer Mindfulness Scale (LMS14)14-Item-Messinstrument für soziokognitive Achtsamkeit in drei Dimensionen.
- Ledi SayadawBurmesischer Mönchsgelehrter; demokratisierte Vipassana für Laien.
- Life CoachingStrukturierter, ressourcenorientierter Prozess zur Steigerung von Lebensqualität — keine Therapie.
- Life Evaluation IndexGallup-Index auf Basis der Cantril-Leiter: Thriving, Struggling, Suffering.
- Locus of ControlÜberzeugung, ob Ereignisse primär von einem selbst oder von außen gesteuert werden.
- LogotherapieSinnorientierte Psychologie nach Viktor Frankl.
- LTD (Long-Term Depression)Dauerhafte Abschwächung synaptischer Übertragung.
- LTP (Long-Term Potentiation)Dauerhafte Verstärkung synaptischer Signalübertragung.
- Lung-StörungWind-Dysbalance durch Überanstrengung in der Praxis — „Meditator's Disease“.
M
- MaZwischenraum / Leere, die Form erst Bedeutung gibt.
- Mahamudra„Großes Siegel“ — nicht-duale Erkenntnis jenseits gewöhnlicher Wahrnehmung.
- Major Depressive Disorder (MDD)Klinisch diagnostizierte depressive Episode mit relevanter Funktionsbeeinträchtigung.
- Maladaptive PlastizitätUmbau, der Funktion und Wohlbefinden langfristig schädigt.
- MarktcharakterPersönlichkeitsstruktur, die sich und andere als Ware auf dem Markt erfährt.
- MBSRMindfulness-Based Stress Reduction — säkularisiertes Achtsamkeitstraining nach Kabat-Zinn.
- MBTIMyers-Briggs-Typenindikator — populär, aber psychometrisch umstritten.
- McMindfulnessKritik an ethisch entkoppelter Achtsamkeit als Optimierungsprodukt.
- MindlessnessKognitiver Autopilot: starre Kategorien, blinde Reizreaktion.
- ModerationseffektAchtsamkeit verstärkt, wie stark Autonomie und Feedback auf Leistung wirken.
- Mono no awareTiefe Rührung angesichts der Vergänglichkeit und Schönheit der Dinge.
- Mula BandhaBeckenboden-Schließung — unterer Druck in der Vasenatmung.
- MushotokuAbsichtsloses Handeln — ohne Gewinnstreben und Ergebnisgier.
N
- NEO-PI-RStandardinventar von Costa und McCrae: Big Five plus 30 Facetten.
- NeuroplastizitätFähigkeit des Gehirns, Netzwerke strukturell und funktionell umzubauen.
- NeurotizismusEmotionale Reaktivität und Stressanfälligkeit — der Gegenpol ist emotionale Stabilität.
- Nicht-SchwankenÖstliche Achtsamkeit: Fokus halten, ohne abzuschweifen oder wegzuerklären.
- NimittaKonzentrationsbedingte Erscheinung (z. B. Licht) — kein automatisches Pathologiezeichen.
- Novelty ProducingAktives Umstrukturieren von Informationen — Dimension 2 der LMS14.
- Novelty SeekingAktive Neugier auf die Umwelt — Dimension 1 der LMS14.
O
P
Q
R
S
- SamadhiTotale Integration — Stufe nach Dhyana im achtgliedrigen Yoga-Pfad.
- SamathaKonzentrationsmeditation: Beruhigung und Einpünktigkeit.
- SamuArbeitsmeditation — physische Arbeit als spirituelle Übung.
- SatiAchtsamkeit — bewertungsfreies Gewahrsein des gegenwärtigen Moments.
- SatoriPlötzliches Erwachen / intuitives Verstehen im Zen.
- Sein-ModusExistenzweise der Lebendigkeit — Identität in produktiver Entfaltung, nicht im Besitz.
- SelbstführungSouveränität im Innen als Voraussetzung für Klarheit im Außen.
- Shikantaza„Nur sitzen“ — absichtslose Soto-Praxis nach Dōgen.
- ShunyataLeere — ontologische Offenheit aller Phänomene, kein nihilistisches Nichts.
- SkalierungsfrageEinordnung auf einer Skala (0–10), um kleine nächste Schritte sichtbar zu machen.
- SkandhasFünf Aggregate: Körper, Empfindung, Wahrnehmung, Formationen, Bewusstsein.
- Strategische LangeweileAushalten von Leere als Katalysator für Sinn, Kreativität und Altruismus.
- Subjektives WohlbefindenKognitive Bewertungen und emotionale Reaktionen eines Menschen auf das eigene Leben.
T
- Tai ChiTaijiquan — innere Kampfkunst mit langen fließenden Formen.
- Thriving (Florieren)Hohe Bewertung von Gegenwart und Zukunft auf der Cantril-Leiter — florierendes Leben.
- TiaoAusrichtung / Regulation von Körper, Atem und Geist.
- Toni PackerLehrerin der autoritätsfreien Selbstbeobachtung — „Zen ohne Zen“.
- Tsa, Lung und TigleKanäle, Winde und Essenz-Tropfen — Architektur des feinstofflichen Körpers.
- TummoTibetische Praxis innerer Hitze (gtum-mo) — Teil der Sechs Yogas von Naropa.
V
- VairagyamLosgelöstheit: beobachten ohne reaktive Identifikation.
- VasenatmungKumbhaka mit doppeltem Druck — Atem am Nabelzentrum wie in einer Vase halten.
- Vergnügen und FreudeVergnügen: flüchtiger Konsum-Peak. Freude: schöpferisches Tätigsein und Wachstum.
- VicariationÜbernahme von Funktionen geschädigter Areale durch gesunde Regionen.
- VipassanaEinsichtsmeditation: Dinge sehen, wie sie entstehen und vergehen.
W
- Wabi-SabiÄsthetik der Unvollkommenheit, Einfachheit und Vergänglichkeit.
- WarumSinn und Ausrichtung — das Dach über Disziplin, Werten und Mission.
- Willigis JägerBenediktiner und Zen-Lehrer; prägte das „nackte Zen“ im Westen.
- Wim-Hof-MethodeProtokoll aus Atmung, Kälte und mentalem Fokus zur willentlichen ANS-Modulation.
- Work Purpose IndexGallup-Index: ob Arbeit zu etwas Wichtigem beiträgt und den Alltag mit Sinn auflädt.
- Wu WeiHandeln durch Nichthandeln — mühelose Wirksamkeit.
- WujiZustand der Leere und Stille — Ausgang jeder Bewegung.
- WunderfrageLösungsfokussierte Frage: Woran merken Sie, dass das Problem über Nacht verschwunden ist?
- WunianNicht-Anhaften inmitten von Gedanken — nach Huineng.