Über mich
Ich bin Steve und dankbar für das Leben
Wenn ich von Homo Vollidiot spreche, meine ich uns alle. Mich eingeschlossen. Denn ich habe Jahrzehnte genau nach den Regeln gelebt, die ich heute hinterfrage.
Was muss ich tun, damit ich XYZ besitze, um dann glücklich zu werden?
Ich hatte jedoch das Glück, gewisse Dinge recht früh anzweifeln zu können. Doch in jedem Glück liegt auch Unglück, denn ganz freiwillig war das nicht. Wie die meisten von uns musste ich diese Dinge auf die harte Tour lernen. Ich war Mitte dreißig, glücklich verheiratet, das dritte Kind war unterwegs, doch mein damaliger Beruf machte mich krank. Heute würde ich sagen, dass ich damals wahrscheinlich an einer Depression litt.
Doch ich konnte diesem Hamsterrad entkommen. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste: Ich hatte mein Hamsterrad nur gegen ein neues eingetauscht. Vom Angestellten zum Selbständigen. Mehr Selbstbestimmung, mehr Selbstverantwortung, mehr Freiheit. Aber das neue Motto war irgendwas zwischen „Umsetzen schafft Umsatz“ und natürlich „selbst und ständig“. Und besonders perfide war, dass ich als Online-Marketing- und Business-Coach diesen Weg nun auch noch anderen als den Heilsweg verkauft habe.
Ach du Kacke!
„Wie du als X mit Methode Y Ziel Z erreichst, ohne Schmerz S.“
Aber immerhin versuchst du als Selbständiger wenigstens deine eigenen Sehnsüchte zu befriedigen, statt die Ziele deines Chefs zu verwirklichen. Doch das Spiel war das Gleiche.
Heute glaube ich, einen großen Schritt weiter zu sein. Stets im Wissen, dass ich niemals ankommen werde. Und genau das befreit. Ich konnte loslassen.
Loslassen von dem Gedanken, ich müsste noch irgendwas im Leben erreichen.
Einen Scheiß muss ich.
Ich habe mich gegen rund 500 Millionen Spermien durchgesetzt und mich dreimal erfolgreich reproduziert. Evolutionär betrachtet dürfte ich meine Aufgabe bereits erfüllt haben.
Loslassen von dem Gedanken, ich müsste noch irgendjemand werden. Ich bin der, der ich bin. Ich hab es nur verlernt, der zu sein.
Loslassen von der Vergangenheit und der Zukunft. Ich habe weder eine Zeitmaschine noch eine Glaskugel.
Ja sagen zum Hier und Jetzt. Denn genau dort ist das Leben. Nirgends sonst. Jetzt, in dem Moment, in dem ich diese Zeilen schreibe, spüre ich das.
Ja sagen zum Leben und was auch immer das Leben noch so mit mir vorhat. Mit dem unerschütterlichen Glauben daran, dass es fantastisch sein wird.
Und dann wird aus
TUN → HABEN → SEIN
so langsam echte Selbstverwirklichung. Und damit meine ich keine Egotrips nach dem Motto „Lass mal nach Bali ziehen und ein Retreat eröffnen“.
Sondern echter Sinn.
